CD-Details:

Die Bewegung der Romantiker wendete sich an der Schwelle zum 19. Jahrhundert gegen die Entzauberung der Welt durch die Aufklärung, gegen das kalte Licht der Vernunft und den nüchternen Verstand. In der Überzeugung, dass das Geheimnis der Welt niemals ganz entschlüsselt werden kann, richteten sie ihren Blick auf das Mystische und Phantastische, also auf die Welt hinter den sichtbaren Dingen. Die „Hymnen an die Nacht“ von Novalis, dem romantischen Dichter schlechthin, sind poetischer Ausdruck und Höhepunkt dieser Bewegung. Novalis spricht von einer „Poesie der Nacht und Dämmerung“.

Die Magie, Tiefe und Vielschichtigkeit seiner Sprache inspirierten Theo Jörgensmann und Albrecht Maurer, Extrakte aus den „Hymnen an die Nacht“ für ihre musikalische Reise zu nutzen.

Die beiden Musiker sehen darüberhinaus Parallelen zur Welt der Romantiker: durch die Globalisierung und vor allem die digitale Revolution ist Musik aus allen Erdteilen verfügbar, jeder Winkel ist musikalisch erforscht und ausgeleuchtet. Es gibt kein Geheimnis mehr. Der Westen hat, wieder einmal, alles seiner Formensprache einverleibt und untergeordnet. Was sollte es noch Neues geben?

„Uns geht es beim Spielen immer um Freiheit“, so Albrecht Maurer, „das stilistisch und thematisch zu Markante wollen wir einreißen, es wird zu schnell zu eng und birgt das Erschöpfte und den nahen Stillstand in sich. In gewisser Weise ist unser Spiel eher ein Niederreißen als ein Erfinden”. Die Formel, die der Schriftsteller Klaus Ove Knausgard für die Freiheit aufstellt, gilt auch für Jörgensmann und Maurer: “Freiheit ist gleich Zerstörung plus Bewegung”. Das ist ihr Credo und auch wenn es kämpferisch klingt, so ist das Ergebnis auf erstaunliche Weise voller innerer Ruhe und Homogenität. Die Form entsteht durch das gemeinsame Kreieren im Moment des Spiels und zwar nicht durch Konkurrenz, sondern durch: Freundschaft. Das wechselseitige Formen des Klanges, den anderen gut aussehen und führen zu lassen oder die Führung selbst zu übernehmen, das Vertrauen auf Aktion und Reaktion, den gemeinsam entwickelten Geschmack, die gemeinsamen Spiel–Erfahrungen: “wie viel Markantes oder Thematisches oder wie viel von einem bestimmten Stil können wir gewähren, wann beginnt die gestalterische Lust des Zerstörens – wie denkt und fühlt der jeweils andere”, so Theo Jörgensmann.

Eine leere, einsame und stille Kirche in Bonn-Röttgen war der ideale Aufnahmeort für ihre Reise in die Nacht. Entstanden sind neun Teile, die sich aufeinander beziehen: das Verklungene ist im Neuen präsent, es wirkt weiter und so hat dieses Album eine homogene innere Entwicklung, eine ästhetische Geschlossenheit, eine über jeden Teil hinaus wirkende übergeordnete Form.

Das Zusammentreffen zweier gleichstarker, selbstbewusster Stimmen bewirkt, dass ihre Musik oft bi-metrisch, bi-lingual ist. Ihre unterschiedlichen Erfahrungen verschmelzen zu einer neuen Freiheit, allerdings nicht zu einem Crossover, sondern zu einem Flug ins Grenzenlose. Diese Musik möchte nichts, kein Territorium besetzen und auch keinen Markt erobern. Sie ist ein Wunderland an Wandlungen auf engstem Raum. Wenn beispielsweise im langsamen Tempo die Kopfstimme von Albrecht Maurer mit dem intimen Klarinettenton von Theo Jörgensmann verschmilzt, dann ist zu spüren, dass die gemeinsame Ästhetik in der äußersten Präsenz liegt. In jedem gefundenen Klang steckt ein neuer Aufbruch, auch wenn dieser nicht vollzogen wird. In der Gegenwartsintensität liegt die poetische Kraft. Das gegenseitigen Zuhören und dann das Eintauchen in einen Dialog spinnt die Musik, die manchmal nur an einem seidenen Faden zu hängen scheint, auf magische Weise weiter. Entscheidungen, in welche Richtung es gehen soll, werden in Bruchteilen einer Sekunde getroffen. Übrig bleibt oft nur die feinstoffliche Energie einer homöopathischen Essenz. Und so wirkt diese Musik entrückt, weit entfernt von Patternmusik und von kopflastiger Konstruktion. Es ist pure Musik, gestaltet aus den vielfältigen musikalischen Erfahrungen eines Klarinettisten und eines Bratschers.


Beate Bartlewski, Köln, Januar 2017



erhältlich bei:



Nemu Records


Siebengebirgsallee 12

D- 50939 Köln


Tel. +49 221 4248353

email: mail@nemu-records.com

www.nemu-records.com

Titel:


Ein Unerschöpflicher Traum  

Himmlische Müdigkeit

Schweigender Bote   

Das Alte wird hintangestellt                            

Dämmerungsschauer            

Des Morgenlands ahndende, blüthenreiche Weisheit

Voll Glauben und Muth

Der Kindheit Träume

Das allerfreuliche Licht

              

                                   

                  

04:29

02:33

05:37

00:55

05:39

03:57

08:57

12:40

05:43

All compositions by Theo Jörgensmann & Albrecht Maurer

total time 51:10 - 2017

Booking:

Jenny Otto

01573 1747675

booking@syntopia.net

Musiklabor Köln, eine neue Konzertreihe von Albrecht Maurer und Norbert Stein im Kunsthaus Rhenania:  musiklabor-koeln.de

Syntopia.net, mit weiteren Projekten, an denen Albrecht Maurer beteiligt ist. www.syntopia.net

Nemu Records, das Label von Albrecht Maurer und Klaus Kugel

www.nemu-records.com

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Hymnen an die Nacht

Theo Jörgensmann & Albrecht Maurer


Theo Jörgensmann – Klarinette

Albrecht Maurer - Viola, Stimme




Nemu Records nemu 019- 09 tracks




 

Diskografie